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Fragenkatalog
 
I.Wieviel ha Ölfrüchte wurden 2003 angebaut, welchen Ölertrag ergab die Ernte 2003?
Die Anbaufläche 2003 lag bei 1,329 Millionen ha, davon 1,2 Mio ha Raps [1] (entspricht gut 95% aller Ölsaaten). Bei einem guten Kornertrag von 4.000 kg/ha, einem Ölgehalt von 43% und einer Dichte von 0,92 kg/Liter ergibt das einen Ölgewinn von ca. 2,2 Milliarden Litern. Bei einem durchschnittlichen Ertrag von 3.000 kg/ha noch einen Ölgewinn von 1,68 Milliarden Litern. Bei einem sehr schlechten Ertrag von 1.500 kg/ha [2] noch 1,1 Milliarden Liter Öl.
II. Wieviel kg Samen werden pro ha für die Aussaat von Raps benötigt?
Die benötigte Saatmenge für den Anbau von Winterraps liegt bei 2-3 kg/ha.
III. Wieviel Dünger und Schädlingsbekämpfungsmittel werden pro ha Raps benötigt?
Raps sollte pro ha mit 120-160 kg mit Stickstoff verteilt auf zwei Gaben gedüngt werden, des Weiteren liegt der Schwefelbedarf bei 30-50 kg S/ha. Auch mit Bor muß in den meisten Fällen gedüngt werden.[3] Die Schädlingsbekämpfung wird unterschiedlich gehandhabt.
IV. Wie oft hintereinander darf Raps auf der gleichen Fläche angebaut werden?
Maximal darf Raps alle vier Jahre auf der selben Fläche angebaut werden, da sonst Schädlingsbefall zu befürchten ist. Kreuzblütler sind als Zwischenfrucht ungeeignet, die Fruchtfolge mit Sonnenblumen sollte vermieden werden. [3]
V.Wieviel Liter Rapsöl kann man aus 1 ha Anbaufläche gewinnen?
Der Kornertrag variiert je nach Anbau- und Wachstumsbedingungen. Bei einer schlechten Ernte werden meist nur ca. 1.500 kg/ha erwirtschaftet, der Durchschnitt liegt bei 3.000 kg/ha. Bei guten Bedingungen liegt der Ertrag bei 4.000 kg/ha und mehr. Der durchschnittliche Ölgehalt bei Rapssamen liegt bei 43%. Ein Liter wiegt auf Grund der Dichte von Rapsöl durchschnittlich 0,92 kg. Daraus ergeben sich Erträge von  ca. 700 Liter/ha (schlecht),  1.100 Liter/ha (Durchschnitt) und 1.870 Liter/ha (gut).
VI. Wie hoch ist die Subvention für Rapsanbau pro ha?
Die Ausgleichszahlungen betragen pro ha ca. 300,- Euro [5], unabhängig, ob die Fläche brach liegt oder 
z. B. Raps als nachwachsender Rohstoff angebaut wird.
VII. Gibt es unterschiedliche Ölqualitäten
Die Qualität ist abhängig von der Ölpflanze und der Art des Gewinnungsverfahrens.
VIII.Wie kann man unterschiedliche Ölqualitäten unterscheiden?
Zur Unterscheidung von Ölqualitäten werden genormte Testverfahren angewendet. Die technischen Eigenschaften wie Viskosität, Kälteverhalten, Flammpunkt, Neutralisationszahl, Wassergehalt usw. werden untersucht und können damit verglichen werden.
IX. Gibt es eine Norm zur Qualitätssicherung?
Für Pflanzenöl gibt es die Weihenstephaner Norm, den „Weihenstephaner Standard".
X.Was versteht man unter der Weihenstephaner Norm? 
Die Weihenstephaner Norm ist ein in Weihenstephan entworfener Qualitätsstandard für Pflanzenöl.  Die Kennwerte sind u.a. der Wasser- und Phosphorgehalt, die Neutralisationszahl sowie die Schwebstoffe (Verunreinigung).
XI.Macht Raps den Boden kaputt?
Nein, Raps wird sogar als Vorfrucht angebaut (die Pflanzenreste verbleiben auf dem Acker und dienen der Nachfrucht als Nährstoffquelle) und sorgt dafür z. B. beim Getreide für höhere Erträge.
XII.Darf man Pflanzenöl mit Diesel mischen?
Ja, Pflanzenöl kann ohne weiteres mit Diesel vermischt werden.
XIII. Darf man Pflanzenöl mit Biodiesel mischen? 
Das Mobil-ohne-Fossil-Team recherchiert diese Antwort derzeit. Für hilfreiche Hinweise sind wir Ihnen dankbar.
XIV. Kann man die Öle verschiedener Ölpflanzen mischen?
Pflanzenöle können miteinander vermischt werden. Allerdings sollte dabei unbedingt darauf geachtet werden, daß die Qualität der Öle mindestens dem Weihenstephaner Standard entspricht, da sonst bei der Verbrennung im Motor unerwünschte Ablagerungen oder gar Schäden entstehen können. Weiter muss beachtet werden, daß die Öle unterschiedlicher Ölpflanzen auch ein unterschiedliches Kälteverhalten an den Tag legen.
XV. Ist der Verbrauch beim Fahren mit Pflanzenöl höher?
Die Erfahrung zeigt, daß der Verbrauch beim Betrieb mit Pflanzenöl und Diesel in etwa gleich ist.
XVI.Wird die Leistung beim Betrieb mit Pflanzenöl schlechter?
Dem Fahrer fällt kein Leistungsunterschied auf. Bei einem Vergleich zwischen Diesel und Pflanzenöl in einem Audi A6 2,5 TDI (umgerüstet auf ATG Zweitanksystem) auf dem Leistungsprüfstand des ADAC Südbayern in München, konnte ein höherer Drehmoment im mittleren Drehzahlbereich ermittelt werden. Einen Leistungsverlust von knapp 3%, aufgrund des niedrigeren Heizwertes, war statistisch zu ermitteln.
XVII. Ist der Betrieb mit Pflanzenöl auch im Winter möglich?
Ja, auch im Winter ist der Betrieb mit Pflanzenöl möglich. Es empfiehlt sich jedoch einen gewissen Anteil an Diesel beizumischen (je nach Temperatur bei –10°C ca. 10% Diesel, bei –20°C ca. 20% Diesel)
XVIII.Was ist günstiger, die Produktion in Deutschland oder z. B. in Afrika?
Klimatische Bedingungen und begrenzte Verfügbarkeit von Flächen beschränken die Auswahl der Ölpflanzen und die Anbaumöglichkeiten. In anderen Länder wachsen Ölpflanzen, die ertragreicher sind.  Die zur Verfügung stehenden Anbauflächen sind noch längst nicht erschlossen. Eine Verlagerung der Infrastruktur zieht allerdings wieder politische Probleme nach sich. Transportunfälle mit Pflanzenöl belasten die Umwelt weitaus weniger und Entwicklungsländer könnten ihre wirtschaftliche Lage verbessern.
Die sinnvollste Variante wäre wohl, alle heimischen Möglichkeiten auszuschöpfen und den restlichen Bedarf durch Öl aus dem Ausland zu decken.
XIX.Welche Steuervergünstigungen erhalten Landwirte auf Diesel?
Landwirte zahlten 2003 einen vergünstigten Steuersatz von 21,4 Cent pro Liter Diesel [6], statt normalerweise ca. 48 Cent [7]. In den EU Nachbarländern zahlen die Landwirte weniger Steuern auf Diesel.
XX.Welche Fahrzeuge können mit Pflanzenöl betrieben werden?
Fast alle Dieselfahrzeuge können nach einer entsprechenden Umrüstung mit Pflanzenöl betrieben werden. Die beiden gängigen Varianten sind das Eintanksystem und das Zweitanksystem.
XXI.Wie funktioniert ein Zweitanksystem?
Die meisten Dieselfahrzeuge können durch Umrüstung auf ein Zweitanksystem mit Pflanzenöl betrieben werden. Dabei werden an geeigneter Stelle ein zweiter Tank für Pflanzenöl, eine zweite Kraftstoffleitung mit Rücklaufleitung, ein Wärmetauscher und zwei Magnetventile mit Steuerungseinheit in das Fahrzeug eingebaut. Das Fahrzeug wird mit Diesel gestartet, sobald der Motor die Betriebstemperatur erreicht hat bzw. das Kühlmittel eine Temperatur von ca. 80-90°C erreicht hat, kann auf Pflanzenöl umgeschaltet werden. Das Pflanzenöl wird beim durchfließen des Wärmetauschers durch das heiße Kühlmittel erwärmt. Dadurch wird die Viskosität herabgesetzt (es wird dünnflüssiger) und die Verbrennungseigenschaften kommen denen des Diesels sehr nahe. Kurz vor Ende der Fahrt muß wieder auf Diesel geschaltet werden, um ein gutes Startverhalten zu gewährleisten. Der Motor, die Einspritzeinheit und deren Einstellung werden nicht verändert.
XXII. Wie funktioniert das Eintank-System?
Die Steuerzeiten der Einspritzanlage werden optimal auf den Betrieb mit Pflanzenöl eingestellt. Heizelement und Wärmetauscher sorgen dafür, daß eine verträgliche Viskosität zur Verfügung steht. Es kann weiterhin mit Diesel gefahren werden.
XXIII. Was kostet die Umrüstung?
Die Kosten für eine Umrüstung auf Zweitanksystem belaufen sich auf 1.500,- bis 2.500,- Euro, je nach Arbeitsaufwand für den Umbau und Ausführung des Zusatztanks.
Die Kosten für die Umrüstung zum Eintanksystem liegen fast doppelt so hoch.
XXIV.Wieviel Pflanzenöl wird in Europa produziert?
2003 wurden EU-15 weit auf einer Fläche von 5.193.300 ha Ölsaaten angebaut. Der durchschnittliche Ertrag lag bei 2.375 kg pro ha [12]. Bei einem durchschnittlichen Ölgehalt von 40% ergibt das ca. 
4,93 Milliarden Liter Pflanzenöl.
XXV. Wieviel Pflanzenöl könnte in Europa derzeit produziert werden? 
Das Mobil-ohne-Fossil-Team recherchiert diese Antwort derzeit. Für hilfreiche Hinweise sind wir Ihnen dankbar.
XXVI.Wieviel Pflanzenöl wird weltweit produziert?
Die Ölsaatenerzeugung weltweit belief sich 2003 auf 345,7 Mio. Tonnen, die sich aus 201 Mio. Tonnen Sojabohnen, 36 Mio. Tonnen Raps, 35 Mio. Tonnen Baumwolle, 33 Mio. Tonnen Erdnüssen und 27 Mio. Tonnen Sonnenblumenkernen zusammensetzen.
Unter Berücksichtigung der verschiedenen Ölgehalte ergibt sich ein Ölertrag von ca 138 Mio. Tonnen, also grob 150 Milliarden Liter.
Hierbei ist zu beachten, daß nur ein Bruchteil des Öls als Kraftstoff verwendet wird.
XXVII. Wieviel Pflanzenöl könnte weltweit derzeit produziert werden?
Das Mobil-ohne-Fossil-Team recherchiert diese Antwort derzeit. Für hilfreiche Hinweise sind wir Ihnen dankbar.
XXVIII.Wieviel Pflanzenöl wird in Deutschland produziert?
Im Jahr 2001 wurden in Deutschland 463.336 ha Raps (von 1.140.000 ha Raps insgesamt) als nachwachsender Rohstoff angebaut; des weiteren 24.998 ha Sonnenblumen und 32.281 ha Öllein. Bei durchschnittlichem Ertrag und Ölgehald der verschiedenen Pflanzen gibt das gut 550 Mio. Liter Pflanzenöl.
XXIX.Wieviel Pflanzenöl könnte in Deutschland derzeit produziert werden?
Das Mobil-ohne-Fossil-Team recherchiert diese Antwort derzeit. Für hilfreiche Hinweise sind wir Ihnen dankbar.
XXX.Wieviel ha Land liegt in Deutschland brach (Rotations- und Dauerbrache einschließlich stillgelegter Flächen zur Erlangung der Ausgleichszahlung, ohne Anbau nachwachsender Rohstoffe)?
2003 waren es 925 000 ha, also 2,6% der Gesamtfläche Deutschlands. 
XXXI.Wie hoch ist der Benzinverbrauch in Deutschland?
Der Verbrauch von Benzin als Treibstoff lag 2002 bei 27,2 Mio. Tonnen
XXXII. Wie hoch ist der Verbrauch von Dieselkraftstoff in Deutschland?
2003 wurden gut 27.944.000.000 Liter Diesel verbrannt. [4] (Bei 2,4 kg CO2 pro Liter sind das gut 670.000.000 Tonnen CO2 )
XXXIII.Was ist Lachgas?
Lachgas ist Stickstoff(I)-oxid (Distickstoffoxid, Distickstoffmonoxid), chemische Formel: N2O.
Lachgas entsteht meist durch mikrobielle Abbauprozesse stickstoffhaltiger Verbindungen im Boden, insbesondere bei starker Düngung mit stickstoffhaltigen Düngemitteln, als Nebenprodukt bei Verbrennungsprozessen und durch Reaktionen mit bodennahem Ozon.
XXXVI.Ist Lachgas schädlich für unser Klima?
Ja, Lachgas liefert einen ca. 5%igen Beitrag zum anthropogenen Zusatz-Treibhauseffekt (GWP 310!) [10]. N2O setzt sich mit dem in der Stratosphäre vorhandenen Ozon zu Stickstoffoxid um.
(R1) N2O + O3 --> 2NO + O2
(R2) N2O + O3--> NO2 + O2 [8]
XXXV.Wird durch Anbau von Raps mehr Lachgas als sonst freigesetzt?
Wird oft behauptet, wurde aber lt. ufop bereits 1996 durch eine Studie der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft, Braunschweig-Völkenrode widerlegt. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, daß Stilllegungsflächen, also Flächen die auch nicht gedüngt werden, fast die gleichen Lachgasemissionswerte haben wie korrekt gedüngte Raps-Anbau-Flächen. [9]
XXXVI.Was bedeutet GWP?
Die Klimawirksamkeit (Global Warming Potential GWP) - ein Maß für die Störung des Gleichgewichts zwischen einstrahlender Solarenergie und an den Weltraum abgegebener langwelliger Strahlung - eines Treibhausgases hochgerechnet auf einen gewissen Zeitraum (meist 100 Jahre). Diese Einheit ist eingeführt worden, um die Treibhausgase untereinander vergleichen zu können, da sie einerseits unterschiedlich in ihrer Klimawirksamkeit sind, andererseits aber auch in ihrer Lebensdauer in der Atmosphäre. 

Die GWPs:

KohlendioxidCO2

MethanCH4

21 

LachgasN2O

310

HFKW

2.530

R134aFKW

7.614

SchwefelhexafluoridSF6

23.900

Quelle [11]

XXXVII.Kann auch mein Dieselfahrzeug mit Biodiesel betrieben werden?
Fragen sie den Hersteller Ihres Fahrzeugs.
XXXIII. Kann auch mein Dieselfahrzeug mit Pflanzenöl betrieben werden?
Fast jedes Dieselfahrzeug kann nach einer Umrüstung mit Pflanzenöl betrieben werden. Haben Sie Interesse an einer Umrüstung, brauchen wir einige Daten Ihres Fahrzeuges. Bitte setzen Sie sich mit uns oder einem der Umrüster in Verbindung.
Quellenangaben zum Fragen-/Antwortenkatalog:
 

 










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